KOLUMNEN

10:47 | 20.01.2020
HanseYachts: Rückenwind durch Düsseldorf?

Am Wochenende war es soweit: Mit der boot 2020 hat in Düsseldorf die weltgrößte Wassersportmesse ihre Pforten geöffnet. Mehr als 2.000 Austeller erwarten bis zum 26. Januar rund 250.000 Besucher aus 90 Ländern – einer der größten ist die börsennotierte HanseYachts AG, einer der weltweit führenden Hersteller von Segel- und Motoryachten. Mit einer Vielzahl an Neuheiten und Innovationen wollen die Greifswalder bei potenziellen Kunden punkten. Und die Vorzeichen stehen günstig, dass dies dem Team um CEO Dr. Jens Gerhardt auch gelingen wird.

Weltpremiere in Düsseldorf

Mit der Moody Decksaloon 41 feiert eines der neuen Aushängeschilder der HanseGroup ihre Weltpremiere auf der größten Wassersportmesse Deutschlands. Und da Moody-Yachten für edlen Luxus auf hoher See stehen, zielt auch diese Innovation auf eine gut betuchte Klientel. Mindestens 400.000 Euro muss mitbringen, wer das weltweit einmalige Decksalon-Konzept der Moody Decksaloon 41 künftig sein Eigen nennen will. Die Schwestermarke Fjord ist mit vier spektakulären Modellen auf der boot 2020, von der neu gestylten FJORD 38 xpress bis hin zur FJORD 44 coupé mit einem futuristischen Arc-Salon aus Glas. Und mit gleich sechs Modellen ist die namensgebende Marke „Hanse“ in Düsseldorf am Start, darunter mit der Hanse 458 auch die Gewinnerin des „YACHT“-Vergleichstest und die für die British Yachting Awards nominierte Hanse 508. Natürlich dürfen beim alljährlichen Höhepunkt der Wassersportbranche auch die weiteren HanseYachts-Marken Sealine, Dehler und der Katamaran-Hersteller Privilège nicht fehlen.

Weiterer Umsatzrekord in Sicht

Das Geschäftsjahr 2018/19 hatte HanseYachts mit einem Rekordumsatz von 152 Mio. Euro und einem Konzernergebnis von 3,3 Mio. Euro abgeschlossen. Damit sind die Greifswalder zum 8. Mal in Folge gewachsen und haben auch den besten Wert der sogenannten Boomjahre vor 2007 von 134 Mio. Euro nun deutlich hinter sich gelassen. Auch wenn im laufenden Geschäftsjahr die Integration der neuen französischen Tochter Privilège das Ergebnis einmalig stärker belasten wird, peilt Finanzvorstand Sven Göbel auch für 2019/20 schwarze Zahlen an. Aufgrund der überdurchschnittlich langen Bauzeiten der teuren Katamarane wird ein Großteil der neuen Modelle Privilège Signature 510 und 580 erst ab 2020/21 positive Ergebniseffekte liefern. Mittelfristig strebt das Vorstandsteam einen Umsatzanstieg auf 200 Mio. Euro sowie eine Erhöhung der EBITDA-Marge auf 10 bis 12 % an.

Aktie mit Nachholpotenzial

In die Karten spielt HanseYachts derzeit auch das Thema Umweltschutz, bei dem die Greifswalder als Vorreiter fungieren. Bereits vor drei Jahren hat Hanse mit dem E-Motion Rudder Drive ein eigenes Konzept auf den Markt gebracht: einen Elektroantrieb, der in das Ruderblatt unter dem Heck der Yacht integriert ist und somit zusätzlich zu dem ökologischen Vorteil weniger Wasserverdrängung und bessere Manövereigenschaften ermöglicht. Zudem spielt HanseYachts das verstärkte Interesse an Segelyachten als die per se ökologischste Reisemöglichkeit in die Karten.

In der jüngeren Vergangenheit konnte die Aktie nur bedingt von den operativen Erfolgen profitieren. Bei einem aktuellen Kurs von 6,50 Euro notiert die AURELIUS-Tochter noch weit unter dem 3-Jahreshoch im Bereich von 11 Euro. Mit einem starken Messeauftritt in Düsseldorf und einem positiven Newsflow im Rücken könnte die HanseYachts-Aktie in den nächsten Wochen wiederentdeckt werden und neuer Schwung in die Notierung kommen. Aufholpotenzial gäbe es genügend.


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