KOLUMNEN

14:25 | 06.11.2019
STS Group: Startschuss fürs Comeback?

Neue Zuversicht im Autosektor: Die Aktien der Autohersteller haben es in den vergangenen Wochen vorgemacht und sich erfolgreich von ihren Tiefstständen lösen können, nun ziehen die Aktien der Zulieferer hinterher. Zu den Werten, die in den vergangenen Monaten besonders stark unter die Räder geraten sind, zählt die Mitte 2018 an die Börse gekommene STS Group AG. Entsprechend groß ist das Erholungspotenzial, über das der bayerische Systemlieferant für die Automobilindustrie nun verfügt. Die Analysten von SMC Research trauen der STS-Aktie eine Kursverdopplung auf 10 Euro zu.

9-Monatszahlen bergen keine Überraschung

Die heute von STS vorgelegten Geschäftszahlen zu den ersten neun Monaten 2019 liegen im Rahmen der Erwartungen. Das Umsatzminus um 10,6 % auf 276,3 Mio. Euro konnte ebenso wenig überraschen, wie der Ergebnisrückgang auf bereinigter EBITDA-Basis. Wie die positive Kursreaktion heute zeigt, waren diese Rückgänge im Kurs längst eingepreist. Vielmehr gilt der Blick der Anleger nun den positiven Aspekten, wie dem China-Geschäft, das im dritten Quartal entgegen dem Markttrend ein Wachstum von ca. 8 % aufwies. Oder den Effizienzsteigerungen durch die Anpassung der Material- und Personalkosten und der weiter verbesserten Ergebnissituation des Werks in Polen im dritten Quartal 2019.

Vorsicht für 2019, Zuversicht für die Zukunft

Mit Blick auf die weiterhin herausfordernde Situation im Nutzfahrzeugmarkt kommt es auch nicht unerwartet, dass der STS-Vorstand Umsatz und Ergebnismarge im Gesamtjahr eher im unteren Bereich der Prognosebandbreiten sieht. Demnach dürfte sich der Umsatzrückgang gegenüber 2018 im oberen einstelligen Prozentbereich und die EBIT-Marge auf dem Niveau von 4,6 % bewegen. Eine neuerliche Gewinnwarnung scheint jedoch vom Tisch, entsprechend kann sich die STS-Aktie auch weiter von den Jahrestiefs, die im Bereich von 4 Euro lagen, lösen.

Neben der kontinuierlichen Ausweitung der internationalen Präsenz – bereits jetzt ist STS weltweit mit 17 Werken, davon drei in China, aktiv – stimmen insbesondere die jüngsten Auftragseingänge im zukunftsträchtigen E-Mobility-Bereich positiv und stießen jüngst beim ersten STS-Capital Markets Day in Frankfurt auf großes Interesse. So konnte STS im Sommer Großaufträge zur Lieferung von Abdeckungen für Batteriesysteme von zwei Neukunden an Land ziehen. Weitere Aufträge von einem Tier1-Lieferanten sowie einem chinesischen E-Auto-Hersteller folgten im September und Oktober.

Kurs-Umsatz-Verhältnis von unter 0,1

„Mit unseren innovativen Komponenten und zukunftsträchtigen Technologien leisten wir wichtige Beiträge für die Mobilitätskonzepte von morgen“, ist STS-CEO Andreas Becker überzeugt. Investoren werden die weitere operative Entwicklung genau verfolgen. Auf der Basis von 6 Mio. Aktien bringt die STS Group aktuell gerade einmal 31 Mio. Euro auf die Börsenwaage – bei einem Jahresumsatz von über 360 Mio. Euro. Hellt sich das Sentiment für Aktien aus dem Automotive-Sektor weiter auf, sollte einer Fortsetzung der aktuellen Erholungsbewegung der STS-Aktie nichts im Wege stehen. Gelingt im kommenden Jahr der von Analysten prognostizierte Turnaround beim Ergebnis, könnte auch das SMC-Kursziel von 10 Euro wieder in Reichweite rücken. Spekulative Anleger sichern ihre Position mit einem Stopp bei 3,80 Euro ab.

Ihr Christoph Martin


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