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12:50 | 23.09.2019
Verhandlungen um höhere Mindestlöhne am Bau fortgesetzt

WIESBADEN (dpa-AFX) – Die Verhandlungen um höhere Mindestlöhne in der boomenden Baubranche sind am Montag fortgesetzt worden. Die Gewerkschaft IG BAU und die Bau-Arbeitgeberverbände ZDB und HDB ringen seit dem Vormittag in Wiesbaden um eine höhere Vergütung für die rund 820 000 Branchenbeschäftigten. Das Treffen soll bis in den Abend andauern, hieß es. Nach ersten ergebnislosen Gesprächen Ende August waren die Verhandlungen in die zweite Runde vertagt worden.

Die IG BAU fordert deutliche Lohnerhöhungen und die Einführung einer zusätzlichen Untergrenze für qualifizierte Fachkräfte im Osten. Eine konkrete prozentuale Forderung stellte die Gewerkschaft nicht. Sie hatte aber angesichts des Immobilienbooms im Vorfeld auf eine “kräftige Anhebung” gepocht.

Derzeit gilt im Bauhauptgewerbe ein bundesweiter Branchenmindestlohn von 12,20 Euro je Stunde. Für qualifizierte Beschäftigte im Westen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften zudem eine Mindestvergütung von 15,20 Euro vereinbart – diese Stufe fehlt in Ostdeutschland. Die IG BAU will sie auch dort verankern. Diese Forderung hatte sich in der ersten Verhandlungsrunde als unüberwindbarer Hürde erwiesen.

Laut IG BAU wird etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Mit den normalen Lohntarifverhandlungen hat der 1997 eingeführte Mindestlohn nichts zu tun. Viele Beschäftigte am Bau bekommen aber mehr Geld als den Branchenmindestlohn. Die Stundenlöhne in den tarifgebundenen Betrieben beginnen bei 13,77 Euro im Osten und 16,54 Euro im Westen./als/DP/men


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