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16:08 | 10.10.2018
Kurzarbeit bei VAT: Infineon & Co unter Druck

Kurzarbeit in einem Werk des schweizerischen Chip-Zulieferers VAT Group hat am Mittwoch die gesamte europäische Halbleiterbranche belastet. Die Aktie von VAT brach in Zürich um 10 Prozent ein.

In ihrem Sog verliert die Aktie des Chipkonzerns Infineon über 5 Prozent, womit sie einer der schwächsten Werte im deutschen Leitindex DAX ist. In der zweiten Börsenreihe geht es für Spezialpumpenproduzenten Pfeiffer Vacuum, der auch Chiphersteller beliefert, um fast 9 Prozent abwärts. Der Chipindustrieausrüster Aixtron, Jenoptik und der Wafer-Hersteller Siltronic notieren ebenfalls deutlich im Minus.

Die VAT Group, ein Hersteller von Vakuumventilen, reagierte mit der Kurzarbeit für einige Mitarbeiter auf eine schwächere Nachfrage nach Produktionsanlagen aus der Halbleiterindustrie.

Die Maßnahme der Schweizer könne ein Indiz sein für einen nachlassenden Investitionszyklus in der weltweiten Halbleiterbranche, sagte Analyst Reto Amstalden von der Baader Bank. Die für das dritte und vierte Quartal 2018 erwartete Schwäche der Branche scheine sich in das erste Quartal 2019 hinein zu verlängern. Damit trübten sich die Aussichten ein. Der Experte schließt nicht aus, dass die Schweizer bei der Veröffentlichung der Ergebnisse im dritten Quartal, Ende Oktober, die Umsatzziele weiter reduzieren.

Aussichten trüben sich ein

Auch andere europäischen Branchentitel mussten am Mittwoch federn lassen: In Paris fielen die Aktien von STMicroelectronics um 3,4 Prozent, in Amsterdam die Anteilsscheine von ASML 3 Prozent. Die Niederländer stellen Lithografie-Anlagen zur Fertigung von Halbleitern her.

Sowohl die Nachfrage nach Halbleitern aus der Automobilindustrie als auch seitens der Hersteller von Smartphones berge Risiken, schrieb Analyst Amit Daryanani von RBC erst kürzlich in einer Studie. Er verwies zum einen auf schlechtere Geschäftsaussichten gleich mehrerer Autohersteller und zum anderen auf Unsicherheiten auf dem wichtigen Smartphone-Markt China. In den Monaten Juli und August habe sich das weltweite Umsatzwachstum der Chip-Hersteller abgeschwächt im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres.

Hinzu kommt der jüngste Anstieg der Renditen vor allem am US-Anleihenmarkt. “Steigende Zinsen können nicht nur die Bewertungsrelationen von Aktien negativ beeinflussen, sondern auch die operative Entwicklung ausbremsen”, erklärten die Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar. Wichtig sei es daher Branchen im Blick zu behalten, die im Wirtschaftszyklus frühzeitig auf Veränderungen reagierten. Dazu zähle insbesondere der Chipsektor. Verzeichneten etwa Auto- oder Smartphone-Hersteller eine schwächer als erwartete Nachfrage, reduzierten sie die Bestellungen bei den Chip-Lieferanten. Die Kurse der Chip-Aktien reagierten daher viel zyklischer auf Schwäche- und Stärkephasen als andere Werte. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © Infineon


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