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11:26 | 15.07.2020
Mutares SE & Co. KGaA: „Im europäischen Spitzenfeld der Private-Equity-Liga“

Die Münchner Private-Equity-Gesellschaft Mutares (ISIN: DE000A2NB650) ist mit bereits fünf Akquisitionen im laufenden Jahr erneut mit einem hohen Wachstumstempo unterwegs. Das absolute Wachstum der Holding spiegelt sich bisher allerdings noch nicht im Aktienkurs wider. Zwar hat die Corona-Krise Teile des bestehenden Portfolios belastet, Analysten sehen für die günstig bewertete PE-Aktie (Dividendenrendite ca. 10 %) jedoch ein Kurspotenzial von bis zu 80 Prozent.

Im Exklusivinterview mit Financial.de verraten die Vorstände Robin Laik (CEO, Bild unten links) und Johannes Laumann (CIO), wie man sich bei den jüngsten Deals gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat, wie man einen Return auf das eingesetzte Kapital von 7 bis 10 erreichen will und warum sich Mutares-Aktionäre auch für 2020 auf eine attraktive Dividende freuen dürfen. Auch für das zweite Halbjahr erwarten die Vorstände eine rege Transaktionstätigkeit.

Herr Laik, das erste Halbjahr ist um, können Sie schon einen Überblick geben, wie es für Mutares gelaufen ist?

Robin Laik: Für uns ist es sehr gut gelaufen und ich bin stolz auf unser Team. Natürlich hatten auch wir in unseren Beteiligungen mit der Corona-Pandemie zu kämpfen und mussten weltweit viele Mitarbeiter in die Kurzarbeit schicken. Krisen sind für Restrukturierungsspezialisten aber auch immer eine Chance. Vor allem M&A-seitig gab das erste Halbjahr viel her, mit fünf Transaktionen auf der Kaufseite (davon vier Plattform-Investitionen und eine Add-on-Akquisition) und drei (Teil-) Exits sowie der erfolgreichen Platzierung einer Anleihe in Höhe von 50 Mio. Euro waren wir extrem erfolgreich und befinden uns damit bezüglich der Transaktionszahl im europäischen Spitzenfeld der Private-Equity-Liga.

Herr Laumann, der jüngste Zukauf von SABO hat für große Aufmerksamkeit gesorgt, sicher auch, weil mit John Deere ein großer US-Konzern an Mutares verkauft hat. War dieser Deal eine Opportunität, die sich durch die Corona-Krise ergab, oder lief der Prozess schon länger?

VorstandJohannes Laumann: Der Prozess lief schon länger und wurde trotz der Corona-Krise in einem sehr kompetitiven Umfeld geführt. Wir sind stolz, John Deere davon überzeugt zu haben, dass unser Konzept und wir als Käufer die beste Lösung für SABO sind.

Der Kauf des Metallurgie-Geschäfts (NMD) von Nexans war ebenso ein kleiner Paukenschlag. Inwiefern stärkt dieser Zukauf Ihr bestehendes Plattforminvestment Plati?

Laumann: Auch hier haben wir mit einer starken gemeinschaftlichen Leistung aus M&A und Operations den Verkäufer von unserem Konzept überzeugt. Mit dem Erwerb von NMD haben wir gemeinsam mit Plati eine deutlich tiefere Wertschöpfung und können unsere Kunden noch effizienter und serviceorientierter bedienen. Eine absolute Win-Win-Situation.

Was gab bei diesen beiden Deals letztendlich den Ausschlag für den jeweiligen Zuschlag an Mutares, der Preis oder eher das Konzept neben dem Angebot?

Laumann: Die kommerziellen Bedingungen spielen immer eine wesentliche Rolle; allerdings nicht die einzige. Ein schlüssiges, zukunftsfähiges Konzept, eine transparente Verhandlungs- und Kommunikationsstrategie im Prozess, Vertrauen der Verkäufer in die handelnden Personen und natürlich das erfolgreiche Zusammenspiel von M&A und Operations sind unser wesentlicher USP im kompetitiven Bieterumfeld.

Herr Laik, generell waren Sie auf der Kaufseite im ersten Halbjahr sehr aktiv mit fünf Transaktionen. Wie schnell erhalten Sie im Schnitt aus den neu zugekauften Firmen Rückflüsse?

Laik: Nach abgeschlossener Akquisition eines Unternehmens sind unsere Berater an Tag eins vor Ort. Das macht auch unser Geschäftsmodell aus. Unsere Mitarbeiter generieren Mehrwert und helfen mit, die Gesellschaften nachhaltig und erfolgreich aufzustellen. In der Regel rechnen wir hier mit einem Zeitraum von 9 bis 15 Monaten der intensiven Betreuung. Die Beratungsleistungen werden uns vergütet.

Stichwort Corona: Gab es im zweiten Quartal COVID-19-bedingt größere Baustellen bei Ihren Beteiligungen?

Laik: Es ist kein Geheimnis, dass vor allem die Automobilindustrie sehr unter der Pandemie leidet, daher ist dies auch derjenige Bereich, der bei uns am ehesten betroffen ist. Hier sind explizit KiCo, PrimoTecs und die STS Group zu nennen. Wir haben sofort auf die Umsatzeinbrüche reagiert und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen eingeleitet.

Hier lesen Sie das vollständige INTERVIEW

Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von Financial.de im Auftrag und auf Veranlassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen.

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