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16:51 | 25.11.2020
Trotz Belastungen durch Corona-Krise: Aroundtown bestätigt Prognose

Der Gewerbeimmobilien-Spezialist Aroundtown sieht sich nach neun Monaten auf Kurs zu seiner im Sommer ausgerufenen Jahresprognose. Darin sind allerdings die direkten Belastungen durch die Corona-Pandemie nicht enthalten. Diese wirkt sich vor allem auf die Hotel-Immobilien des Konzerns aus, wie das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Die im MDax notierte Aktie gab nach der Erholungsrally in den vergangenen Wochen deutlich nach.

Der bestätigten Prognose zufolge soll der operative Gewinn (FFO1) nach Zinszahlungen für eigenkapitalähnliche Anleihen und vor Corona-Belastungen 2020 zwischen 460 und 485 Millionen Euro liegen. Im vergangenen Jahr hatte Aroundtown ohne den Zukauf TLG ein operatives Ergebnis von 446 Millionen Euro erzielt. In den ersten neun Monaten des Jahres zog der operative Gewinn vor allem wegen der Übernahme des Konkurrenten TLG um zwölf Prozent auf 371 Millionen Euro an.

Die Nettomieteinnahmen legten um 37 Prozent auf 758 Millionen Euro zu. Probleme bereitet weiter die Corona-Krise. Hier musste der Konzern vor allem bei den Hotel-Immobilien, die rund ein Viertel des Portfolios ausmachen, die Rückstellungen für mögliche Mietausfälle weiter erhöhen. Da zudem die Gewinne aus Neubewertungen von Immobilien und der Erlös aus Verkäufen nicht mehr so hoch ausfielen wie vor einem Jahr, ging der Gewinn unter dem Strich um 45 Prozent auf 597 Millionen Euro zurück.

An der Börse konnten die Zahlen die jüngste Erholung zunächst nicht weiter stützen. Im frühen Handel gab das Papier deutlich nach, drehte dann aber im Laufe des Nachmittags ins Plus. Die Aktie, die am Finanzmarkt zu den größten Corona-Verlierern gehört, hatte bereits in den vergangenen Wochen wegen der Hoffnung auf einen Corona-Impfstoff fast 40 Prozent zugelegt. Trotzdem notiert sie immer noch fast 30 Prozent unter dem Niveau von Ende 2019 – mehr haben nur wenige deutsche Standardwerte verloren.

Der Börsenwert sackte auf nur noch knapp neun Milliarden Euro ab – aus diesem Grund zählt das Papier derzeit auch nicht mehr zu den möglichen Dax-Kandidaten und das obwohl der deutsche Leitindex im kommenden Jahr von 30 auf 40 Werte aufgestockt wird. Vor dem Corona-Crash und nach dem Abschluss der TLG-Übernahme zählte das Papier des Union-Berlin-Trikotsponsors noch zum erweiterten Kreis der Dax-Aufstiegskandidaten. Aroundtown hält auch 39 Prozent am Immobilienkonzern Grand City Properties.

Aroundtown  ist wegen seines schwer durchschaubaren Firmengeflechts umstritten. So gehört in der Regel jede Immobilie einer eigenen GmbH und diese wiederum einer Gesellschaft auf Zypern. Größter Aktionär bleibt auch nach der Übernahme von TLG Unternehmensgründer Yakir Gabay mit einem Anteil von rund 10 Prozent. Der Israeli Gabay hat wie auch sein Landsmann Amir Dayan, der größter TLG-Aktionär war, mit Investments in unterbewertete deutsche Immobilien nach der Finanzkrise Milliarden verdient. (dpa-AFX / Eig. Ber.)

Foto © TLG


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