MANAGEMENT INTERVIEW

8:30 | 25.07.2019
Mutares: „Wir haben die Schlagzahl nochmals erhöht“

Sieben Transaktionen hat die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares (ISIN DE000A2NB650) im laufenden Geschäftsjahr bereits realisiert. „Wir haben seit mehr als zwei Jahren kontinuierlich an der nachhaltigen Ausrichtung von Mutares gearbeitet, um weiteres, deutliches Wachstum stemmen zu können“, erläutert Mutares-CEO Robin Laik im Interview mit Financial.de. „Die von uns eingeschlagene Strategie des Buy & Build funktioniert in unserem Marktsegment sehr gut. Wir möchten Werte für unsere Aktionäre schaffen“, ergänzt CIO Johannes Laumann. Nach einer Dividende von 1 Euro je Aktie für 2018 dürfen sich Mutares-Aktionäre auch künftig über attraktive Ausschüttungen freuen.

Im Exklusivinterview mit Financial.de sprechen Robin Laik (Foto unten links) und Johannes Laumann u. a. über die jüngsten Zukäufe, Chancen im Bereich E-Mobilität, die Auswirkungen des Brexits und die Insiderkäufe des Managements.

Financial.de: Neben drei Add-on-Akquisitionen für die Donges Gruppe (Normek, FDT, RBS) hat Mutares dieses Jahr bisher vier weitere Transaktionen getätigt. Herr Laik, obwohl Sie Ihr ursprüngliches Ziel für das Gesamtjahr damit bereits übererfüllt haben, stellen Sie für das zweite Halbjahr weitere Transaktionen in Aussicht. Wo sehen Sie Chancen und wann stoßen Sie an Ihre Kapazitätsgrenze beim Wachstum?

Robin Laik: Wir haben seit mehr als zwei Jahren kontinuierlich an der nachhaltigen Ausrichtung von Mutares gearbeitet, um weiteres deutliches Wachstum stemmen zu können. Wir haben entsprechend neue M&A-Büros in Mailand und London eröffnet – bald kommt noch ein weiteres Büro in Helsinki dazu – und unsere operative Beratung gezielt mit Spezialisten für Vertrieb, Einkauf, Produktion und IT gestärkt. Wir sehen uns somit exzellent für das angestrebte zusätzliche Wachstum aufgestellt.

Financial.de: Herr Laumann, Mutares hat die Übernahme der RBS Oy, einem der führenden Anbieter von Stahlkonstruktionen in Nord und Osteuropa, angekündigt. Dies ist bereits die siebte Transaktion im laufenden Jahr. Damit haben Sie 2019 die Schlagzahl bei der Expansion nochmals deutlich erhöht oder täuscht dieser Eindruck?

Johannes Laumann: In der Tat haben wir, nach einem aufregenden und erfolgreichen Jahr 2018, im laufenden Jahr die Schlagzahl noch einmal erhöht. Wir sehen, dass die von uns eingeschlagene Strategie des Buy & Build in unserem Marktsegment sehr gut funktioniert und uns ermöglicht, deutliche Wertzuwächse unserer Beteiligungen zu erzielen. Diese Chancen wollen wir konsequent nutzen.

Mutares

Financial.de: Herr Laik, die keeeper-Gruppe wie auch die Kirchhoff GmbH & Co. KG (KICO) dienen als neue Plattformbeteiligungen, die künftig durch Add-On-Akquisitionen gestärkt werden sollen. Wie viele Plattforminvestments hat Mutares inzwischen und welche dieser Beteiligungen entwickelt sich besonders positiv?

Laik: Inklusive der keeeper-Gruppe und KICO umfasst das Mutares-Portfolio aktuell 13 Beteiligungen. Drei dieser Beteiligungen haben wir bereits transaktionsseitig aktiv in ihrem Bestreben unterstützt, anorganisch zu wachsen und haben im Rahmen unseres Buy & Build-Ansatzes neun strategische Zukäufe getätigt. Zusätzlich unterstützen wir operativ auch organisches Wachstum unserer Beteiligungen. Hier sind insbesondere erfreuliche Entwicklungen bei der Gemini Rail Group mit der Einführung eines neuen Produktes im Bereich Hybridantriebe für Züge sowie bei Balcke-Dürr mit dem erfolgreichen Markteintritt in den lukrativen Rückbau von Kraftwerken zu nennen. In vergleichbarer Weise werden wir zukünftig auch bei unseren jüngsten Plattforminvestitionen Plati, keeeper-Gruppe und KICO verfahren.

Financial.de: Sie sprechen von Plati Elettroforniture S.p.A, im Juni haben Sie 80 % der Anteile an diesem Automobilzulieferer und Produzenten von Verkabelungen gekauft. Plati soll gemeinsam mit Ihrer Tochtergesellschaft Elastomer, die Gummiformteile für die Automobilindustrie liefert, eine neue Automotive Group in Ihrem Portfolio bilden. Wo sehen Sie bei diesen – in den Produkten sehr unterschiedlichen Unternehmen – Synergieeffekte? Wie wollen Sie die Gruppe weiter entwickeln?

Laumann: Plati ist für uns eine besondere Akquisition – es ist das erste Mal, dass wir nicht 100 %, sondern nur 80 % der Anteile übernommen haben. Plati ist ein hochspezialisierter Anbieter von Kabelbäumen und Verkabelungen, der verschiedenste Industrien bedienen kann, den Hauptkundenstamm hauptsächlich im Automotive-Bereich hat und hier von den Entwicklungen im Bereich E-Mobilität profitiert. In der Gruppe mit Elastomer versprechen wir uns zum einen übergreifende Synergien, z. B. im Einkauf und auch beim Übertragen von Best Practices und Operational Excellence. Zum anderen streben wir mittelfristig an, dadurch die strategische Positionierung und Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen bestmöglich zu fördern.

Financial.de: Schwache Abrufzahlen in China und Europa, striktere Emissionsvorschriften und der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China lasten auf der Automobilbranche. Die Mitte des vergangenen Jahres an die Börse gebrachte Tochtergesellschaft, die STS Group, hatte im ersten Quartal 2019 einen Umsatzrückgang um mehr als 12 % auf 95,5 Mio. Euro zu verzeichnen. Wie wirkt sich diese Entwicklung auf die Planung von Mutares aus?

Laik: Als Hauptaktionär mit über 60 % der Anteile beeinflusst diese Entwicklung entsprechend die Planung von Mutares; gleichzeitig ist die STS Group nur eine von insgesamt 13 Beteiligungen in unserem Portfolio. Wir sind von den mittelfristigen Perspektiven der STS Group unverändert überzeugt, kurzfristig können negative Schwankungen bei einer Tochtergesellschaft durch positive Entwicklungen bei anderen Tochtergesellschaften ausgeglichen bzw. abgefangen werden.

Financial.de: Der Bereich Automotive machte zuletzt etwa die Hälfte der Konzernerlöse aus. Ist das Portfolio nicht zu abhängig von der Automobilindustrie aufgestellt?

Laumann: Unser Investmentansatz beruht darauf, dass wir in Situationen investieren, die wir gut kennen und beherrschen. Das Marktumfeld spielt gerade am Anfang eines Investments eine untergeordnete Rolle. Momentan trifft es zu, dass sich etablierte, größere Unternehmen im Automobilbereich verstärkt die Frage stellen, welche Aktivitäten sie angesichts neuer Antriebsformen und Trends zur Gewichts- und Emissionsreduzierung verstärkt fördern wollen – und von welchen Aktivitäten sie sich trennen möchten, trotz eines funktionierenden Geschäftsmodells. Wir wählen unsere Investments anhand strikter Kriterien aus, zu denen etablierte Produkte und ein funktionierendes Geschäftsmodell zählen. Ich gebe aber zu, dass ich als ehemaliger Mitarbeiter eines deutschen OEMs ein besonderes Faible für die Automotive-Branche habe.

Das vollständige Interview lesen Sie hier: MUTARES


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